Manifest

Anfang des 17. Jahrhunderts erklärte der französische Philosoph René Descartes den Menschen zum Beherrscher und Eigentümer der Natur und machte das Wohlergehen der Menschen zum höchsten Zweck aller wissenschaftlichen Bemühungen. Zugleich hob er viele ethische und spirituelle Einschränkungen auf, indem er Phänomene und Werte wie Bewusstsein, Freiheit sowie Gefühle lediglich dem Menschen zuerkannte und dadurch alles Nichtmenschliche zur bloßen Sache degradierte.

Daraufhin begannen die klassischen Naturwissenschaften mit ihrem Höhenflug.

Trotz unserer grundsätzlichen Kritik an der materialistischen Philosophie, konnte auf deren Basis unser Verständnis zur Natur verbessert sowie mehr Kontrolle und Freiheit durch technologischen Fortschritt ermöglicht werden.

Doch Machtstrategien, unbegrenzte globale Marktwirtschaft und deren Produktivitätszwänge, die beschleunigte Zerstörung der bioökologischen Diversität und der Vielfalt menschlicher Lebensformen sowie des Reichtums der Kulturen gefährden die Menschheit in ihren Grundstrukturen.

Wir befinden uns in einer geistigen Krise im Verhältnis von uns Menschen zu unserer lebendigen Welt.

Diese Krise ist stark beeinflußt vom vorherrschenden mechanisch-materialistischen Weltbild.

Wir sollten verstehen, dass alles miteinander verbunden ist und dass unsere Wirklichkeit nicht als ein abgeschlossenes, theoretisches System zu verstehen ist.

Dies führt zu einer Unauftrennbarkeit aller Dinge der lebendigen und nichtlebendigen Welt.

Zudem müssen wir lernen, dass es nicht auf alle Fragen, die wir uns stellen, Antworten gibt.

Dass es vielmehr Annahmen und Richtungen sind, auf denen unser Denken und unsere Entwicklung beruhen.

Wir sind die Fasern im Gewebe des Lebens, ohne damit etwas von unseren individuellen menschlichen Qualitäten opfern zu müssen.

Die Einzigartigkeit des Einzelnen ist dabei tragender Bestandteil unseres gemeinschaftlichen kulturellen Evolutionsprozesses.

Die modernen Gesellschaften Nordamerikas und Europas sowie deren Nachahmer bedrohen Vielfalt und Wandel, Differenz und Integration  offene Entfaltung. Folglich alles, was die lebendige Evolution der Natur und damit die Menschen bestimmt.

Unser Denken in den starren Strukturen eines materialistisch-deterministischen Weltbildes muss sich öffnen.

Die Funktion der systemischen Macht in unserer Welt, die sich so lange nicht geändert hat, muss weichen.

Es gibt kein oben und unten zwischen den Menschen, kein Besser und Schlechter. Von Natur aus sollten für alle Individuen die gleichen Privilegien und Rechte existieren. Durch die Akzeptanz von naturgegebener Ungleichheit verleihen wir dem System Macht und Kontrolle über uns selbst.

Dies ist ein Konstrukt, das allein der Erhaltung von Macht dient.

Das Zurückhalten von Informationen zum eigenen Vorteil, das Streben nach Kontrolle über die Entwicklung der Kulturen und die Gleichschaltung unserer Gesellschaften sind davon der Ausdruck.   

Die Liberalisierung dieser Strukturen muss aufhören.

Die Zerstörung von Natur, Kulturen und nicht zuletzt von den Beziehungen zwischen den einzelnen Menschen als hinzunehmendes Übel, ist nicht mehr tragbar.

Der Leitsatz „Wettbewerb fördert die Entwicklung“ galt einmal.

Doch wir sind mittlerweile in der Lage zu begreifen, dass wir uns auch ohne Druck, Angst oder Wut weiterentwickeln möchten.

Dass wir weiter forschen, denken und handeln wollen, um unserer selbst und unser aller willen.

Resultierend aus dem Daoismus, entsteht das Verständnis, dass alle Wesen gleich behandelt werden sollen. Und  Immanuel Kants kategorischer Imperativ geht noch darüber hinaus, indem er der Möglichkeit des gut-sein-wollens einem müssen gleichsetzt. 

Im 21. Jahrhundert haben wir große Fortschritte gemacht. Wenn wir allerdings nicht lernen mit allem anderen um uns herum in Frieden zusammen zu leben, werden wir alles zerstören, was auch vergangene Hochkulturen erleben mussten. Lasst uns daraus lernen.

Wir müssen gemeinsam neues Wissen schaffen und so handeln, dass Lebendigkeit vermehrt und vielfältig erblüht. Wir können uns darauf verlassen, dass diese Kraft in uns wirkt. Denn die Allverbundenheit, die wir Liebe nennen können und aus der Lebendigkeit sprießt, ist in uns und in allem anderen von Grund auf angelegt.

 

Inspiriert, kopiert, verändert, gesamplet, zusammengefügt von Ikonen wie:

Werner P. Heisenberg

Karl Marx

Buddah

Herman Hesse

Hans Jonas

uvm.