Feature

Kirti Michel

 Collagist, Autor, Yoga- und Meditationslehrer

// Hamburg //

„Kreative Inspiration kommt aus einer jenseitigen Bewusstseinssphäre, die in keiner Weise vorherbestimmt und begrenzt ist.“.

Kirti Michel

—–english below—–

Ein Gespräch über Wahrnehmung und Kreativität in der Kunst.

Seit über 40 Jahren kreiert Kirti P. Michel handgefertigte – teilweise sehr große – Collagen aus Papier. Im Interview reflektiert der Künstler und Pädagoge über Wahrnehmung im künstlerischen Kontext und erzählt vom Entstehungsprozess seiner Arbeiten.

Kirti, der als Autor ganzheitliche Methoden der Entwicklung, Harmonisierung und Heilung untersucht, beschäftigt sich seit jeher mit östlicher Spiritualität – ein Themenschwerpunkt, der auch sein künstlerisches Schaffen begleitet.

Als Collagist stellt Kirti unsere Wahrnehmung mit den traumartigen Szenen seiner Collagen auf die Probe; deren theoretisches Unterpfand ist die Darstellung des ‚Magischen Raumes‘, die Kirti in seinen Schriften teilt. Oft erzeugt er in seinen Werken eine dichte Sphäre von Bildelementen, deren bewusste Wahrnehmung ihren symbolischen Charakter offenbart. Eine genauere Betrachtung von Kirtis bemerkenswertem Lebensweg klärt unser Verständnis für den Hintergrund seiner Bilder.

Der aus Traben-Trarbach an der Mosel stammende Autodidakt verbrachte seine Studienjahre nahezu ausschließlich in Indien. Dort war er 1972 in Bombay (ab 1974 in Poona) einer der ersten Schüler des indischen Philosophen Bhagwan Shree Rajneesh, der später auch als Osho bekannt wurde. Fast neun Jahre Aufenthalt in diesem Zentrum für Meditation und Therapie prägten seine Weltsicht.
Parallel wurde Kirti in Poona von B.K.S. Iyengar im Yoga unterwiesen, dem Gründer des heute weltweit praktizierten Iyengar Yoga, einer Form des Hatha Yoga.
Drei philosophische Strömungen begleiten Kirti bis heute: Yoga, Meditation und die japanische Zen-Philosophie. 1976 reiste Kirti als Sprachlehrer für ein halbes Jahr nach Japan. Er erhielt in Tokyo seine Einführung in das Zazen (Nur Sitzen) und war für einen Monat Gast im Zenkloster Ryutakuji. Seit 1990 ist Kirti praktizierendes Mitglied der Zen-Vereinigung Deutschland. Als Lehrer für Yoga und Meditation kam Kirti 1982 nach Hamburg und begann zu unterrichten. Er absolvierte anschließend auf der Grundlage von Yoga und Ayurveda eine Ausbildung zum Gesundheitspädagogen, entwickelte und leitete das Yoga- und Gesundheitsvorsorgeprogramm für Mitarbeiter*innen im Rahmen der Aus- und Fortbildung des NDR. Darüber hinaus leitet Kirti seit nunmehr zehn Jahren Seminare zu Selbsterfahrungsmethoden mit Themenschwerpunkt ‚Das Yoga der fünf Elemente‘ auf Kreta.
Die Grundlinien seiner Philosophie sind in seinen verschiedenen Publikationen – u.a. dem ‚Yoga der fünf Elemente‘ (2003) und der ‚Psychologie des Augenblicks‘ (2013) –nachzulesen.

Interview

Was ist für dich eine Quelle deiner Kraft?

Wenn ich von „meiner“ Kraft spreche, dann erlebe ich gewöhnlich tagtägliche Schwankungen, abhängig vom weiten oder engen Fokus meiner Wahrnehmung. Bin ich zu sehr auf „persönliche“ Themen der Vergangenheit fixiert, dann fühle ich mich begrenzt und wenig inspiriert. Doch die eigentliche Quelle meiner Kraft sehe ich im Überpersönlichen.  Wenn ich den Fokus der Wahrnehmung öffne, hebt sich die Begrenzung meiner nur „persönlichen Kraft“ auf. Es ist wie in der Analogie von Sonne und Mond: Wenn der Mond sagt: Ich scheine, blendet er aus, dass er nur das Licht der Sonne reflektiert und seine Leuchtkraft von einer größeren Quelle geborgt ist. Kreative Inspiration kommt aus einer jenseitigen Bewusstseinssphäre, die in keiner Weise vorherbestimmt und begrenzt ist. Je mehr ich mich der eigentlichen Quelle öffne, desto leichter und freier fühle ich mich und werde zu einem empfänglichen Medium für schöpferische Aktivität.

Woher bekommst du all die Motive für deine großen Collagen?

Seit 40 Jahren sammele ich Ausschnitte aus Illustrierten, aus der Werbung, aus Kunstbänden etc.. Inzwischen haben sich Kartons mit zehntausenden von, in die engere Wahl gezogenen, Motiven angehäuft. Ich halte ständig Ausschau nach neuem Material und wäge jedes Mal ab, inwieweit die in Frage kommenden Bilder symbolisch meine subjektive Beziehung zur Wahrnehmung der Welt reflektieren und sie meinem ästhetischen Empfinden entsprechen.

Wie entsteht die Auswahl deiner Motive? Auf welchem Weg kommt das Bild in die Realität?

Wenn ich mit der Intention, eine Collage zu erstellen, beginne, habe ich häufig keine vorgefasste Idee, sondern lasse mich vom Spiel des Zufalls inspirieren. Ich fange an, die spontan erscheinenden Figuren und Hintergründe mit der Nagelschere auszuschneiden. Dann mische ich die Motive solange miteinander, bis thematisch ein Bedeutungsraum entsteht, der die Themen, die mich gerade beschäftigen, symbolisch zum Ausdruck bringt. Dabei lege ich Wert auf fließende, farbliche und perspektivische Übergänge, damit die einzelnen Objekte – wie widersprüchlich und surreal sie erscheinen mögen – den Charakter der Getrenntheit und des Unvereinbaren verlieren.

Hast du Vorbilder oder Künstler, die Dich inspirieren?

Kirti Michel

Galerie: Kirti Michel

In den späten 68iger Jahren wurde mein Lebensgefühl von Henry Millers autobiografischen Romanen beeinflusst. Das Phänomen der Kreativität spielte in Millers Werk eine große Rolle. Ich selbst besaß damals wenig Antrieb, mich in irgendeiner Weise kreativ zu betätigen. Doch die ausgelassen-fröhliche Auseinandersetzung Henry Millers mit dem Dasein und sein Ringen, ein Schriftsteller und Künstler zu werden, ermutigten mich, erste bescheidene Versuche in der Kunst der Collage zu starten und einen eigenen Ausdruck zu entwickeln. Seine Botschaft war: „Auch du kannst kreativ sein“. Anfangs beflügelten mich die surrealen Bilder von Salvador Dali und Rene Magritte. Meine ersten Versuche erinnerten an grotesk verfremdende Montagen im Stil des Dadaismus, aber das Bizarre erschien mir bald als zu Comic-haft gewollt und „künstlich“. Später inspirierten mich die romantischen Gemälde der Präraphaeliten, die Popart von Viktor Vasarely und die psychodelischen Bilder von Abdul Mati Klarwein. Mittlerweile bieten das Internet und die Medien zahllose Anregungen für unvorstellbare, kreative Weiterentwicklungen – die Kombinationsmöglichkeiten der Sichtweisen und Techniken ist schier unerschöpflich. Konkrete Vorbilder habe ich keine – ich folge nur den momentanen Eingebungen aus meinem Inneren.

Du organisierst jedes Jahr verschiedene Yoga Seminare. Möchtest du darüber etwas erzählen?

Seit 10 Jahren biete ich im Juni und im September einwöchige Selbsterfahrungs-Seminare zum Thema „Yoga der fünf Elemente“ auf der Insel Kreta an. Die Urelemente ERDE, WASSER, FEUER, LUFT und RAUM sind die Grundpfeiler der Schöpfung. Die Reflexion ihrer sinnlich erfahrbaren Merkmale und Eigenschaften – durch entsprechende Körperübungen, erläuternde Theorie und den philosophischen Hintergrund – bietet die Grundlage für ein tiefgreifendes Verstehen kreativer Prozesse jeglicher Art.

Was ist Kunst? Was ist Schönheit?

Eine heikle Frage, die darauf hinzielt, ob es allgemeinverbindliche Kriterien zur Beurteilung von Kunst und Schönheitsempfinden gibt?

Kirti Michel Iconic Mirage VENEZIANISCHE VERHEISSUNGEN

Galerie: Kirti Michel

Meine spontane Assoziation ist, dass „Kunst“ etwas mit „Können“ zu tun hat – ob es sich nun um Heilkunst, Handwerk, Malerei, Bildhauerei, Fotographie, Architektur, Literatur, Poesie, Schauspiel, Film oder Musik handelt. In jedem Falle sind Jahre des Lernens, Übens und Experimentierens eine grundlegende Voraussetzung für die Ausbildung von Kunstfertigkeit. Das erfordert die Fähigkeit einer anhaltenden Konzentration und eine Klarheit der Sinne.

Seelisch-geistig ist die Voraussetzung, Kunst gestalten und wahrnehmen zu können, dass das Bewusstsein des Menschen wie ein klarer Spiegel ist. Unruhig, nervös und getrieben, angefüllt mit zu vielen Ideen und Konzepten, ist die Wahrnehmung getrübt. Da ist kein Raum und keine Zeit, in der das Wesen der Dinge erscheinen kann.

Ein entsprechendes „Schönheitsempfinden“ ist also das Ergebnis eines Bewusstseins-prozesses, der durch die Schulung der wahrnehmenden und handelnden Sinne, durch das Erforschen der Welt des Unbewussten und durch Eingebung reift. Die Schönheit und Reife eines Werkes sind abhängig von der Wahrnehmungsfähigkeit des Künstlers. Und diese bezieht sich nicht bloß auf die Form der sichtbaren und hörbaren Erscheinungen, die er gestaltet, sondern vor allem auf die Weite des inneren Bewusstseinsraumes.

Wie will man beispielsweise die feinsinnige Ästhetik in einem japanischen Tempelraum erkennen, wenn nur wenig Raum im Bewusstsein vorhanden ist?!

Wie lässt sich Leidenschaft z.B. zur Kunst oder Liebe mit einem der Grundgedanken des Buddhismus vereinen – dem Loslassen der Anhaftungen? (Vorstellungen wie die Dinge zu sein haben oder werden können) Wenn man förmlich brennt ob einer Idee, einer neu entdeckten Technik und ihrer Möglichkeiten oder einer faszinierenden Bekanntschaft.

Mit „Leidenschaft“ verbinde ich unterschiedliche seelisch-geistige Zustände:

Kirti Michel

Galerie: Kirti Michel

Im positiven Sinne hat ein leidenschaftliches Interesse an einem künstlerischen Projekt etwas von Intensität, Enthusiasmus und Engagement. Die Totalität in der Konzentration auf eine Sache befreit, weil das anhaftende „ich“ in der völligen Hingabe an den kreativen Akt verschwindet. In der Liebe löst sich die Getrenntheit zweier Wesen auf und verschmilzt zu einer Einheit. Diese Art der Leidenschaft führt nicht zur Anhaftung, sondern bedeutet, … das Leben tief zu empfinden und in vollen Zügen zu genießen.

Anhaftung hingegen wird als schmerzlich erlebt. Die daraus entstehenden Eifersüchte, Ängste und Verletztheiten schüren eine „Leidenschaft“, die letztlich „Leiden schafft“, und das kann irgendwann das Ende der Liebe bedeuten. Aus dieser Erkenntnis empfiehlt der Buddhismus, die innere Haltung des Loslassens zu kultivieren.

Nun kann man aber einem Menschen, der in einer Beziehung leidet und sich schmerzlich verzehrt, noch so oft sagen: „Lass doch einfach mal los!!!“ – es wird nichts nützen…! Loslassen willentlich zu praktizieren, ist immer noch ein Festhalten. Um die innere Haltung zu verändern, ist ein tieferes Verständnis vonnöten, wie die Natur funktioniert: Nicht-Stehenbleiben im Strom der Aufmerksamkeit, Nicht-Zurückblicken in der Erinnerung, kontinuierlich weitergehen von Augenblick zu Augenblick. In einem unaufhaltsam fließenden Strom ist Festhalten nicht möglich. Loslassen ist so, wie wenn ein Salzkristall ins Meer fällt und zum Grunde sinkt und sich dabei auflöst…. Diese innere Haltung zu kultivieren, braucht Zeit und eine Bereitschaft, sich darauf einzulassen.

Kirti, was wären deine letzten Worte an die Menschheit?

Die letzten Worte eines Yogalehrers an die Menschheit: „Nehmt noch einmal einen tiefen Atemzug – gleich ist´s vorbei. Einatmen – Annehmen – Ausatmen – Loslassen….“

Was passiert im Moment mit deinem künstlerischen Leben, und wohin geht die Reise?

Allgemein: Keine Ahnung! Ich lass mich überraschen.

Konkret: Ich freue mich eigentlich  auf das kommende Selbstfindungs-Seminar auf Kreta vom 24.Juni – 1.Juli und das Seminar im YogaResort Alpenretreat in Tirol vom 19. – 26.Juli 2020. Doch die aktuelle weltweite Situation läßt kein garantiertes Datum zu. Wir haben aber noch unser Seminar auf Kreta im September.

Kirti, es war ein ganz besonderes Vergnügen mit dir zu sprechen. Für uns bist DU eine Quelle der Inspiration. Lass es dir gut gehen auf deinem Weg. 

english version

Kirti Michel

An interview about perception and creativity in art

Kirti P. Michel has been creating handmade – often large – collages on paper for 40 years. In this interview, this artist and educator reflects on perception in the artistic context and expands upon his creative process.Kirti examines holistic methods of evolution, harmonisation and healing, and is a specialist in Oriental spirituality, which is reflected in his complete body of work. As a collagist, Kirti tests our perception, with his oneiric scenes. He often creates a dense sphere of visual elements, replete with symbolism. Their theoretical focus is the representation of “magical spaces” — something that he also shares in his writings.
A self-taught artist from Traben-Trarbach on the Mosel, Kirti spent all his academic years exclusively in India. In 1972, he was based in Bombay (from 1974 in Poona), and was one of the first students of the Indian philosopher Bhagwan Shree Rajneesh, who later became known as Osho. The nine years he spent in this Centre for Meditation and the therapy forged his view of the world.

Kirti was also trained in Poona by B.K.S. Iyengar, the founder of the globally practiced Iyengar Yoga, a form of Hatha Yoga. Three philosophical movements have accompanied Kirti until the present day: yoga, meditation and Japanese Zen philosophy. In 1976 Kirti  travelled to Japan for six months as language teacher, then received his initiation to Zazen (seated meditation) in Tokyo. He was also a guest in the Zenkloster Ryutakuji for one month. Kirti has been a practising member of the Zen organisation in Germany since 1990. In 1982, Kirti moved to Hamburg and started to teach yoga and meditation. He completed his accreditation as health educator for yoga and Ayurveda, in addition he managed and developed a programme of yoga and healthcare for employees as a part of NDR training and higher education.

The foundations of his philosophy can be found in his publications – such as “Das Yoga der fünf Elemente” (2003) and “Psychologie des Augenblicks” (2013)”.  For the last ten years Kirti has been organizing workshops in Crete about methods of self-awareness on the basis of his “Das Yoga der fünf Elemente.” 

Interview:

1. What is the source of your energy?

When I refer to “my” energy, I usually experience daily oscillations, depending on the wide or tight focus of my perception. If I concentrate too much on past personal issues, then I feel confined and less inspired. However, I see the source of my energy in the transpersonal. When I open the focus of my perception, I remove the limit of my “personal energy.” It is like the analogy between the sun and the moon: when the moon says I shine, in truth she reflects only the light of the sun and borrows her luminosity from a bigger source. 

Creative inspiration comes from an otherworldly sphere of awareness that is not predetermined or limited in any way. The more I open myself to the real source, the more I feel free, light and I become a receptive medium for creative activity.

2. Where do you get the motifs in your large collages from?

I have been collecting extracts from magazines, advertising, art books and so on for 40 years, and thus I have boxes with tens of thousands of preselected ideas and motifs. I am continually looking for new material and I always ponder to what extent these images might reflect my personal connection with my perception of the world and how they correspond with my aesthetic sensations.  

3. Where does the choice of your motif come from? How does an image become reality? 

When I begin to create a collage I don’t have preconceived ideas and I draw inspiration from the accidental and coincidences. I start to cut out figures and backgrounds that appear spontaneously using nail scissors, then I mix the motifs with each other until a thematic, semantic area arises, bringing together themes that engage me in a symbolic way. During the process, I give value to fluid, chromatic, perspective transitions, so that single items that may seem contradictory and surreal cease being separate and incompatible.

4. Are there thinkers or artists who inspire you?

In the latter part of 1968, my attitude to life was influenced by the autobiographical novels of Henry Miller. The phenomenon of creativity played an important role in Miller’s work. At that time I had less creative impulses, but Miller’s joyous, hilarious musings on his existence and struggle to become an artist and writer encouraged me to start my first modest attempts in the art of collage, and to develop my own form of expression. Miller’s message was: “Everyone can be creative.”

I was initially inspired by the paintings of Salvador Dali and René Magritte. My first attempts resembled grotesque, alienated montages in the Dadaist style, but soon the bizarre seemed too comic and “artificial“ to me. Later I drew inspiration from the romantic paintings of the Pre-Raphaelites, the Pop Art of Viktor Vasarely and the psychedelic drawings of Abdul Mati Klarwein.

In the meantime, the internet and media offer countless stimuli for creative and unimaginable developments – the possible combinations of perspectives and techniques are infinite. I don’t have concrete models – I merely follow my current inspiration that comes from the inside.

5. You organize annual yoga workshops. Can you tell us something more about them?

For ten years, I have offered self-awareness seminars of one week on Crete Island in June and September on the theme “the five elements of yoga.” The primary elements EARTH, WATER, FIRE, AIR and SPACE are the foundation pillars of creation. The reflection upon their sensually tangible characteristics and qualities — through appropriate physical exercises, illustrative theories and philosophical background — provides the basis for a deep comprehension of any kind of creative processes.  

6. What is art? What is beauty?

Is this a delicate question that aims to determine if there are generally binding criteria to evaluate the perception of art and beauty?

My spontaneous association is between “art” and “ability” — whether it is the art of healing, handcraft, painting, sculpture, photography, architecture, literature, poetry, acting, movies or music. In every case, years of learning, practice and research are the key requirements for an education in art. This requires the ability to concentrate and lucid senses. I am convinced that clear, physiological and functional senses are the basis of reliable perception. The mental-spiritual is the correct condition to create and perceive art, because the human consciousness is like a clear mirror. When we are restless, nervous and driven, filled with too many ideas and concepts, our perception becomes blurred and there is no space or time in which the essence of things is able to appear. 

A corresponding “sense of beauty” is the result of a conscious process that matures through the training of the perceptive and active senses, the exploration of the world of the unconscious through inspiration. The beauty and maturity of a work depend on the ability of the artist to perceive, and this refers not only to the forms of visible and audible phenomena but above all, to the breadth of the inner space of consciousness. 

How is one able to recognize, for example, the subtle aesthetics in a Japanese temple when there is only a small space in your consciousness available? 

7. How can passion for art or love coexist with the fundamental ideas of Buddhism – with the abandonment of attachments…. (Ideas about how things should or can be) when you are literally burning with a new idea, a newfound technology and its opportunities or a new, fascinating acquaintance?

I associate “passion” with different mental and spiritual conditions: a passionate interest in an artistic project has something to do with intensity, enthusiasm and commitment in a positive way. The totality of concentration upon one thing breaks free, because the adherent “I” disappears in the complete dedication to the creative act. In love, the separateness of two entities dissolves and blends in one being. This kind of passion doesn’t lead to attachment, but means that we feel life deeply and enjoy it to the fullest.

On the other hand, attachment can be experienced as painful. The resulting jealousy, fears and hurts create a “passion” that ultimately “brings suffering” and at some point it means the end of love. And based on this knowledge, Buddhism recommends the cultivation of the inner attitude of letting go.

However, you often cannot say to a person who is suffering in a relationship and is consumed by pain: “Just let it go!!!” – It will be useless…! When we will ourselves to let go, there is an inherent aspect of holding on. In order to change one’s inner attitude, a deeper understanding of how nature works is necessary: don’t stop the flow of concentration, don’t look back on your memories, move from moment to moment. In an inexorable, floating current, it is not possible to hold on as we might like.

Letting go is like a salt crystal that falls into the sea, sinks to the bottom and dissolves in the process…Cultivating this inner attitude needs time and willingness.

8. Kirti, what would your last words to humanity be?

The last words of a yoga teacher to humanity would be: “take another deep breath – it will be over soon. Inhale – accept – exhale – let go.”

9. What is happening in your artistic life at the moment? Where is the journey going?

Generally: I don’t know! I always let myself be surprised.

Specifically: I am looking forward to running my upcoming self-awareness seminar in Crete from 24 of June to the 1th of July and the seminar in the YogaResort Alpenretreat in Tirol from 19 to 26 July 2020. But the current global situation does not allow for a guaranteed date. But we still have our seminar on Crete in September.

Kirti, it was a real pleasure talking to you. For us YOU are a source of inspiration.